Der Zerfall der starken Männer – Von Trumps Kniefall in Teheran bis zu Netanyahus fataler Wette

Illustration: KI-generiert

Kurz vor dem epochalen zweihundertfünfzigsten Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im kommenden Juli offenbart sich in den Machtzentren dieser Welt ein historisches Maß an kognitiver Dissonanz. Es ist, als würde man einem gigantischen, unaufhaltsamen Gefährt dabei zusehen, wie die Bremsen vollständig gelöst werden, während das politische Personal auf der Kommandobrücke stur behauptet, man steuere auf ein goldenes Zeitalter zu. In Washington herrscht eine Atmosphäre, die gleichermaßen von lähmender Angst und bizarrem Realitätsverlust geprägt ist. Die amerikanische Hauptstadt präsentiert sich als ein Ort der Extreme, ein intellektueller und moralischer Sumpf, der von einer Architektur der Erhabenheit kaschiert wird.

Besonders greifbar wird dieser Realitätsverlust in der unheimlichen Fähigkeit des amtierenden Präsidenten Donald Trump, die Wahrheit nach Belieben zu beugen und eine regelrechte Zone der Realitätsverzerrung um sich herum aufzubauen. Jahrelang schien es, als könne er jede noch so offensichtliche Niederlage, jedes politische Fiasko und jede diplomatische Verwerfung durch reine rhetorische Brutalität in einen grandiosen Sieg umdeuten. Ein beträchtlicher Teil der amerikanischen Wählerschaft, rund fünfundvierzig Prozent der Bevölkerung, folgte ihm bedingungslos in diese alternativen Faktenwelten, ganz gleich, wie eklatant die Lügen auch waren. Doch diese perfide Mechanik der Macht, die so lange wie ein ungeschriebenes Naturgesetz funktionierte, stößt nun mit ohrenbetäubendem Lärm an ihre absoluten Grenzen.

Wir erleben derzeit den schmerzhaften Zusammenbruch des sogenannten populistischen Internationalismus, jener dunklen Fantasie einer globalen Allianz der radikalen Rechten. Die starken Männer, die sich auf der Weltbühne als unfehlbare Macher inszenieren, entlarven sich im Angesicht echter geopolitischer Krisen als bemerkenswert schwach, eitel und strategisch vollkommen orientierungslos. Die Konsequenzen dieses jahrzehntelangen populistischen Fiebertraums werden nun unerbittlich sichtbar, von den europäischen Gipfeltreffen bis hin zu den brennenden Konfliktzonen des Nahen Ostens. Es ist der Moment, in dem die toxische politische Männlichkeit an der harten Kante der Realität zerschellt.

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Die Lektion von Rom und die Schwäche der Alpha-Männer

Wie brüchig das Ego der selbsterklärten Retter des Abendlandes tatsächlich ist, ließ sich auf dem jüngsten G7-Gipfel in Italien beinahe chirurgisch präzise beobachten. Donald Trump inszenierte dort einen seiner klassischen, völlig stillosen diplomatischen Eklats, indem er in einem Interview mit einem italienischen Medium behauptete, die italienische Premierministerin Giorgia Meloni habe ihn regelrecht um ein gemeinsames Foto angefleht. In seiner typisch herablassenden Manier fügte er hinzu, er habe eigentlich gar keine Lust auf dieses Bild gehabt, aber aus reinem Mitleid mit ihr schließlich eingewilligt. Es war ein durchschaubarer Versuch, Dominanz zu markieren und eine verbündete Staatschefin vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu schrumpfen.

Doch wer erwartete, dass Giorgia Meloni diese verbale Demütigung schweigend und devot hinnehmen würde, sah sich gewaltig getäuscht. Bereits vor diesem bizarren Interview war ihre physische Präsenz auf dem Gipfel entlarvend: Mit verschränkten Armen und dem strengen, unnachgiebigen Blick einer klassischen italienischen Matriarchin stand sie neben dem amerikanischen Präsidenten, meilenweit entfernt von jeglicher unterwürfigen Bewunderung. Als Trumps Lügenmärchen schließlich veröffentlicht wurde, reagierte sie untypisch für das übliche politische Establishment. Sie veröffentlichte ein Video in einem scharfen, zurechtweisenden Ton, nannte die Behauptung des US-Präsidenten schlichtweg komplett falsch und riet ihm süffisant, er möge sich doch besser um seine eigenen desaströsen Umfragewerte kümmern, anstatt sich Sorgen um ihre Zahlen zu machen.

Dieser Vorgang ist weit mehr als eine amüsante Anekdote am Rande der Weltpolitik; er markiert eine fundamentale tektonische Verschiebung. Meloni war einst die einzige westliche Staatschefin, die Trumps Amtseinführung beiwohnte – eine Feierlichkeit, bei der mehr Milliardäre im Raum versammelt waren als bei allen bisherigen Inaugurationen der amerikanischen Geschichte zusammen. Sie wurde lange als sein europäisches, der radikalen Rechten zugeneigtes Spiegelbild gefeiert, doch diese Phase ist unwiderruflich vorbei. Heute präsentiert sie sich als knallharte italienische Nationalistin, die sich eng mit Frankreich und Deutschland abstimmt, fest an der Seite der angegriffenen Ukraine steht und sich weigert, dem autokratischen Personenkult aus Washington zu huldigen.

Der Vorfall in Italien entlarvt zudem eine faszinierende, beinahe tragikomische Doppelmoral innerhalb der amerikanischen MAGA-Bewegung. Da wird fortwährend eine archaische Männlichkeit gepredigt, ein Kult um Härte und Kompromisslosigkeit zelebriert, doch die männlichen Wortführer dieser Bewegung lassen sich regelmäßig und bereitwillig vom amtierenden Präsidenten entwürdigen. Dass ausgerechnet eine Frau, gestützt auf ihren eigenen nationalen Stolz und ihre unantastbare Würde, Trumps ständiges Mobbing mit einer simplen, kühlen Geste abprallen lässt, macht die Unterwürfigkeit zahlloser amerikanischer Senatoren und vermeintlicher Alpha-Männer nur umso erbärmlicher.

Der Kniefall in Teheran und die Geburt einer neuen Supermacht

Noch weitaus dramatischere, ja geradezu historische Konsequenzen hat diese toxische Mischung aus Eitelkeit, Arroganz und strategischer Inkompetenz im Nahen Osten. Der Versuch der aktuellen amerikanischen Regierung, den Iran durch die überstürzte Militäroperation mit dem martialischen Namen „Epic Fury“ in die Knie zu zwingen, ist in einem Fiasko biblischen Ausmaßes geendet. Zu Beginn des Konflikts waren die Töne aus Washington ohrenbetäubend: Es wurde die bedingungslose Kapitulation gefordert, und der Präsident fantasierte öffentlich darüber, er höchstselbst werde die künftige Führung in Teheran aussuchen. Doch als die Realität einer drohenden Bodenoffensive aufzog – ein Szenario, das an das Trauma von Vietnam erinnerte und zahllose Leichensäcke bedeutet hätte –, verflüchtigte sich diese Entschlossenheit rasend schnell.

Getrieben von der puren Panik, als der nächste Herbert Hoover in die Geschichtsbücher einzugehen und durch explodierende Ölpreise eine globale Wirtschaftsdepression auszulösen, suchte Trump verzweifelt nach einem Notausgang. Das Resultat dieser Panik ist ein Memorandum of Understanding, das einer faktischen Kapitulation der Vereinigten Staaten gleichkommt und dem Mullah-Regime astronomische Zugeständnisse macht. Um die lebenswichtige Wasserstraße von Hormus wieder zu öffnen, hebt der amerikanische Präsident nicht nur die Sanktionen auf, die einst Barack Obama implementierte, sondern tilgt gleich siebenundvierzig Jahre alte Strafmaßnahmen, die bis zur Geiselkrise von 1980 zurückreichen. Es ist ein diplomatischer Kniefall, der in der modernen Geschichte der amerikanischen Außenpolitik seinesgleichen sucht.

Zusätzlich zu dieser wirtschaftlichen Entfesselung verspricht Washington einen gigantischen Investmentfonds in Höhe von dreihundert Milliarden Dollar. Diese gigantische Kapitalspritze wird den Iran in atemberaubender Geschwindigkeit vom ärmsten und isoliertesten Staat am Persischen Golf zu einer finanziell übermächtigen regionalen Supermacht transformieren. Die Nachbarstaaten, allen voran die Saudis und die Emirate, bereiten sich bereits auf dieses neue Zeitalter vor, rüsten massiv auf und werden zwangsläufig versuchen, sich mit dem aufsteigenden iranischen Hegemon auf diplomatischem Wege zu arrangieren. Der Iran kassiert in diesem Szenario faktisch Reparationszahlungen – eine historische Absurdität, da normalerweise die Verlierer eines Konflikts zur Kasse gebeten werden und nicht die selbsternannten westlichen Siegermächte.

Besonders zynisch ist jedoch, was in diesem Abkommen gänzlich verschwiegen wird. Es gibt keine Silbe über das iranische Sponsoring von Terrorismus, keine Begrenzung des gefährlichen ballistischen Raketenprogramms und nicht den Hauch einer Erwähnung der Menschenrechte. Die Tausenden mutigen Iraner, die noch im Januar gegen das Regime auf die Straße gingen und in einer brutalen Welle der Repression inhaftiert oder getötet wurden, sind von der amerikanischen Regierung vollkommen fallengelassen worden. Stattdessen preist Präsident Trump die klerikale Führung nun öffentlich als sehr rationale, kluge und keineswegs radikalisierte Menschen, ein Verrat, der die bittere Lektion aus Nordkorea wiederholt: Wer Atomwaffen baut oder extremistische Gewalt androht, wird am Ende von dieser Administration mit Respekt und Geschenken überhäuft.

Netanyahus fatale Wette in einer erbarmungslosen geopolitischen Arena

Die brutalen Schockwellen dieses amerikanischen diplomatischen Selbstmordes treffen niemanden härter und unbarmherziger als den Staat Israel. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat sein Land durch eine Kette von Fehleinschätzungen in eine beispiellose, geradezu ausweglose geopolitische Sackgasse manövriert. Über viele Jahrzehnte hinweg war es die eherne, unantastbare Doktrin der israelischen Außenpolitik, in Washington stets streng überparteiliche Allianzen zu pflegen und sich niemals in die inneramerikanischen Grabenkämpfe hineinziehen zu lassen. Netanyahu hat dieses fundamentale Prinzip vorsätzlich zerstört, die Demokratische Partei entfremdet und das gesamte Überleben seiner Nation auf die vermeintliche Loyalität Donald Trumps gewettet.

Diese Wette erweist sich in der Rückschau als katastrophaler, historischer Irrtum. Israel wurde an den geheimen Verhandlungen zu dem fatalen Iran-Abkommen nicht einmal im Ansatz beteiligt und sieht sich nun mit vollendeten Tatsachen konfrontiert. Das Vertragswerk enthält de facto eine zynische amerikanische Garantie an Teheran, dass Israel nicht militärisch auf die ständigen Raketenangriffe der Hisbollah aus dem Südlibanon reagieren wird. Israel steht somit vor einer grausamen, unlösbaren Entscheidung: Wehrt sich die Armee gegen die Raketen, die den Norden des Landes unbewohnbar gemacht haben, riskiert Jerusalem den finalen Bruch mit den USA. Beugt man sich jedoch dem Druck, verliert der souveräne jüdische Staat seine Autonomie und wird zur wehrlosen Zielscheibe iranischer Stellvertreterarmeen.

Die diplomatische Demütigung Israels durch die amerikanische Regierung wird durch Vertreter wie JD Vance noch auf die Spitze getrieben. Anstatt dem langjährigen Verbündeten in dieser existenziellen Krise beizustehen, kanzelt die US-Führung die israelischen Bedenken rüde ab. Den Israelis wird unverblümt mitgeteilt, man sei ihr letzter verbliebener Freund auf der Weltbühne, und sie hätten dieses inakzeptable diplomatische Resultat nun schweigend und demütig hinzunehmen. Der Iran verfügt dank dieses amerikanischen Geschenks nun über ein perfektes Instrument der Erpressung, mit dem er jederzeit nach Belieben einen Keil zwischen Washington und Jerusalem treiben kann, indem er schlichtweg droht, die Straße von Hormus erneut zu blockieren.

Die bittere Ironie dieser Tragödie liegt in der Tatsache, dass die Ausgangslage vor diesem wahnwitzigen Kriegszug für Israel überaus günstig war. Der Iran war massiv geschwächt, seine syrischen Stellvertreterarmeen waren zerschlagen, die Hisbollah war durch technologische Sabotageakte tief verunsichert, und die Hamas rang nach Luft. Das Teheraner Regime kämpfte im Inneren gegen massive Proteste von Millionen unzufriedener Bürger, und die iranische Wirtschaft lag in Trümmern. Durch die Hybris, die Arroganz und die mangelnde Beratungsresistenz des amtierenden US-Präsidenten hat sich dieses Machtgefüge nun komplett ins Gegenteil verkehrt.

Die Geister des Brexits und Großbritanniens endlose Stagnation

Doch die bittere Ernte des Populismus wird nicht nur in den Vereinigten Staaten und im Nahen Osten eingefahren; ein Blick über den Atlantik offenbart eine Nation im fortgeschrittenen Stadium des politischen Verfalls. Das Vereinigte Königreich steht unmittelbar vor der Kür seines siebten Premierministers innerhalb eines einzigen Jahrzehnts. Der atemberaubende, fast schon absurde Verschleiß an politischem Führungspersonal, der in der jüngsten und rasanten Entmachtung von Keir Starmer gipfelt, zeugt von einer Gesellschaft, die jede innere Stabilität verloren hat. Andy Burnham bereitet sich nun auf den Einzug in die Downing Street vor, in dem verzweifelten Versuch, das Ruder eines sinkenden Schiffes noch im letzten Moment herumzureißen.

Der Grund für diese beispiellose Volatilität ist eine lähmende, tiefgreifende wirtschaftliche Stagnation. Die britische Wirtschaft krebst bei einer geradezu kläglichen Wachstumsrate von deutlich unter zwei Prozent dahin, ein Zustand, der das Land seit Jahren auszehrt. Die vollmundigen, goldenen Versprechen des Brexits – die Illusion, das Land werde nach dem Bruch mit Europa als freies, wendiges Handelsschiff auf den Weltmeeren zu beispiellosem Reichtum segeln – haben sich als giftige Fata Morgana erwiesen. Anstatt Souveränität und Wohlstand zu ernten, erstickt die Insel in einer Polarisierung, die traditionelle Wählerbindungen komplett aufgelöst hat und die politischen Parteien in einen ständigen Modus der Panik zwingt.

Die Absetzung von Keir Starmer durch seine eigenen Labour-Abgeordneten, nicht einmal zwei Jahre nach einem historischen Wahlsieg, offenbart diese nackte Angst. Es war keine geordnete politische Transition, sondern ein hastig gedrückter Schleudersitz. Die Parlamentarier spürten den heißen Atem von Nigel Farage und den extremen Rechten im Nacken und opferten ihren Anführer ohne den geringsten Anflug von politischem Anstand, in der Hoffnung, den drohenden Untergang abzuwenden. Ob Andy Burnham, ausgestattet mit der kommunikativen Geschmeidigkeit eines langjährigen Bürgermeisters, diese Flutwelle aufhalten kann, bleibt eine der großen offenen Fragen der europäischen Politik, denn auch er hat bislang keine schlüssige ökonomische Vision für ein Land ohne Wachstum präsentiert.

Dieser britische Albtraum ist jedoch kein isoliertes Phänomen, sondern das direkte Resultat einer verblendeten Ideologie, die Parallelen weit über den Ozean hinaus aufweist. Der britische Niedergang nahm seinen Anfang in der dogmatischen, vorzeitigen Austeritätspolitik ab dem Jahr 2010. Man würgte die wirtschaftliche Erholung nach der globalen Finanzkrise ab, quetschte die arbeitende Bevölkerung aus und raubte den Menschen jegliche ökonomische Hoffnung. Es ist exakt dieselbe toxische Mischung aus wirtschaftlicher Frustration und politischer Wut, die in den USA durch die Tea-Party-Bewegung befeuert wurde und letztlich den Boden für die Wahl Donald Trumps bereitete – ein jahrzehntelanger Prozess, der nun in beiden Nationen seinen destruktiven Höhepunkt erreicht.

Die stille Resilienz jenseits des toxischen Lärms

Wenn man die dysfunktionalen, oftmals grotesken Mechanismen der Washingtoner Politik betrachtet, die erodierenden globalen Allianzen analysiert und das tägliche, giftige Spektakel auf den sozialen Netzwerken verfolgt, könnte man sehr leicht in tiefe Resignation verfallen. Die amerikanische Hauptstadt präsentiert sich oftmals als ein zynischer politischer Sumpf, ein Ort, an dem Würde, Wahrheit und Anstand auf dem Altar des kurzfristigen Machterhalts bedenkenlos geopfert werden. Man muss eine erhebliche Portion kognitiver Dissonanz aufbringen, um die architektonische Schönheit und die historischen Ideale dieser Stadt zu bewundern, während man gleichzeitig Zeuge ihres moralischen Verfalls wird.

Doch die Realität jenseits dieser elitären, lauten Blasen zeichnet ein weitaus komplexeres, durchaus hoffnungsvolleres Bild der amerikanischen Seele. Die Gesellschaft der Vereinigten Staaten ist im direkten, täglichen Umgang auf der Straße, in den Gemeinden und in den persönlichen Begegnungen bei weitem nicht so hasserfüllt und unversöhnlich polarisiert, wie es die Algorithmen des Internets und die hysterischen Kabelnachrichten unablässig suggerieren. Sobald man sich von den digitalen Echokammern löst, trifft man auf eine Nation, die von einer tiefen, pragmatischen Freundlichkeit und einer stillen, aber sehr vitalen Großzügigkeit geprägt ist. Die amerikanische Realität ist resistenter, als ihre politische Repräsentation vermuten lässt.

Ein faszinierendes gedankliches Experiment verdeutlicht das enorme Potenzial dieser oft übersehenen Mehrheit: Würde man all jene amerikanischen Bürger, die den populistischen Zerstörungskurs von Donald Trump zutiefst ablehnen und sich gegen diese Form der Politik stellen, aus dem Land herauslösen und zu einer eigenen Nation formen, entstünde allein dadurch das neuntgrößte Land der gesamten Erde. Wirtschaftlich gesehen wäre diese fiktive Republik eine noch weitaus mächtigere, gigantische Kraft auf dem globalen Parkett. Diese schiere Masse an vernunftbegabten, demokratisch gesinnten Menschen ist ein Bollwerk, das man in der täglichen Kakophonie der Skandale nur allzu leicht übersieht.

Es knirscht zwar gewaltig im Gebälk der Weltordnung, und die selbsternannten starken Männer auf den Tribünen der Macht, die so leichtfertig Kriege riskieren und Verbündete verraten, verlieren zusehends den Halt in der Realität. Aber unter der aufgewühlten, schmutzigen Oberfläche der täglichen Krisen bewahrt sich die amerikanische Republik eine stille, aber tief in der Historie verwurzelte Resilienz. Wenn im Juli die Flaggen zum Unabhängigkeitstag wehen, sind sie kein Symbol der Unterwerfung unter einen autokratischen Kult, sondern das Zeichen eines Volkes, das in seiner langen Geschichte schon ganz andere Stürme überstanden hat und dessen fundamentale Stärke den lauten Illusionisten letztlich trotzen wird.

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